Verwitwete Männer sind häufig einsam

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Besuchsdienste und Seniorenkreise helfen gegen Einsamkeit im Alter / Studie von Caritas- und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn zusammen mit Uni Duisburg-Essen

Einsamkeit ist ein wachsendes Problem
in der Gesellschaft, bestätigt eine Be-
fragung von Uni Duisburg-Essen in Kooperation mit Caritas- und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn.
(Foto: cpd / Meinschäfer)

 

Die Einsamkeit ist auf dem Vormarsch. Betroffen davon seien vor allem verwitwete Männer im Ruhestand, ergab eine Befragung von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Caritas-Konferenzen und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Diese setzen sich mit vielfältigen Maßnahmen gegen Einsamkeit ein. Besonders erfolgreich seien dabei ehrenamtliche Besuchsdienste, etwa zu Geburtstagen, sowie regelmäßige Seniorenkreise, ergab eine Studie des Zentrums für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung (UNIAKTIV) der Universität Duisburg-Essen in Zusammenarbeit mit Caritas-Konferenzen und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn.

Einsame Menschen werden am ehesten durch direkte Ansprache erreicht. Aber auch Flyer und Veranstaltungshinweise in Medien sprechen sie an. Der Personenkreis der einsamen Menschen, die von den Ehrenamtlichen erreicht werden, profitieren davon, so die Überzeugung der Befragten: Der Kontakt steigere das geistige und emotionale Wohlbefinden. Angesichts zunehmender Einsamkeit in der Gesellschaft wachse die Bedeutung von Besuchsdiensten, analysiert die Studie. Gleichzeitig fehlten aber vielerorts ehrenamtliche Kräfte zu deren Durchführung.

An ihre Grenzen kommen ehrenamtliche Mitarbeiter allerdings, wenn einsame Menschen für neue Kontakte nicht offen sind oder ausdrücklich allein sein wollen. Auch bei einer fehlenden Vertrauensbasis sei Hilfe kaum möglich. Größtes Hindernis für Hilfe sei allerdings, dass sich einsame Menschen oft so sehr zurückziehen, dass sie nicht bekannt seien.

„Die Befragung zeigt, dass Einsamkeit ein sehr aktuelles Thema ist“, sagen Britta Kinze und Sabrina Groppe, Kooperationspartner der Uni Duisburg-Essen bei Caritas- und Vinzenz-Konferenzen. „Immer mehr Menschen sind von Einsamkeit gefährdet oder sind bereits einsam.“ Doch jeder könne etwas gegen Vereinsamung tun: „Wichtig ist es, vor Ort zu sein und Nähe zu seinen Mitmenschen zu zeigen“, raten sie. „Es müssen nicht die großen Taten sein.“ Als Türöffner reiche schon ein Gruß oder ein kleines „Wie geht´s?“

Für die Studie wurden Ehrenamtliche von 37 Caritas- und Vinzenz-Konferenzen nach ihren Beobachtungen und Erfahrungen im Umgang mit einsamen Menschen gefragt.

Hintergrund zu den mit der Uni Duisburg-Essen kooperierenden Verbänden

Die Caritas- und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn sind Fachverbände im Diözesan-Caritasverband. Sie werden größtenteils von Ehrenamtlichen vertreten, die sich im Bereich der Besuchsdienste, Altenbetreuung, Krankenkommunion, Kleiderkammern, Tafeln, und anderen Diensten einsetzen. Im Rahmen der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn engagieren sich rund 17.500 (zu mehr als 90 Prozent weibliche) Ehrenamtliche in rund 800 Gruppen. Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn zählen 20 Gruppen mit insgesamt rund 200 (männlichen) Mitgliedern.

2019-04-06T09:09:04+02:00