Für viele katholische Christinnen ist der 19. November ein besonderer Tag. Es ist nämlich der Namenstag der heiligen Elisabeth von Thüringen, die neben Vinzenz von Paul und Friederich Ozanam zu den großen Pionieren der christlichen Caritas gehört. Weniger bekannt sind die übrigen Bedeutungen des 19. Novembers: Er ist auch der Nationalfeiertag von Monaco, der Internationale Männertag, der Welttoilettentag und nicht zuletzt – zumindest in Deutschland – der „Tag der Suppe“.

 

Bei der Hilfe für notleidende Menschen spielt bis heute die Suppe eine wichtige Rolle. Ob es um die Versorgung von Katastrophenopfern oder von Obdachlosen geht: an vielen Orten begegnet man der Bezeichnung „Suppenküche“.

 

Die Suppen-Spende hat eine alte Tradition, denn Suppe ist nahrhaft, einfach zuzubereiten und gut und schnell zu portionieren. Auch bei den ersten von Vinzenz von Paul gegründeten Caritas-Vereinen, den Vorläufern der Vinzenzkonferenzen, bildet Suppe die Grundlage der Nahrungsmittelversorgung. In den Statuten des ersten Caritas-Vereins der Frauen in Chatillon-les-Dombes von 1617 heißt es:

 

„Jene, die Tagesdienst hat, holt bei der Säckelmeisterin (=Finanz- bzw. Güterverwalterin), was sie für die Ernährung der Armen an ihrem Tag braucht, bereitet dann das Essen und bringt es den Kranken. Beim Eintritt soll sie diese fröhlich und liebevoll begrüßen, das Tablett auf dem Bett zurechtstellen, eine Serviette auflegen, ein Trinkgefäß und einen Löffel und Brot. Dann sorgt sie dafür, dass sich die Kranken die Hände waschen und bete das Benedicite (=Tischgebet). Hierauf schütte sie die SUPPE in eine kleine Schüssel, lege das Fleisch auf einen Teller und richte alles auf dem Tablett zurecht. Sodann lade sie den Kranken liebevoll ein, um der Liebe Jesu und seiner heiligen Mutter willen zu essen. All das muss mit Liebe geschehen, so als ob sie es mit ihrem eigenen Sohn oder besser mit Gott zu tun hätte, der das Gute, das man den Armen erweist, so ansieht, als ob es ihm selbst erwiesen würde“ (SV XIII,426-428).

 

Es ist erstaunlich, wie sehr hier die Würde der Armen geachtet wird! Leider haben wir keine detaillierten Rezeptangaben zu der damals ausgeteilten Suppe. In einem zeitgenössischen Brief einer Vinzentinerin zum Kochen einer Armensuppe finden wir aber folgenden Hinweis:

 

„Statt eines Scheffels Roggen (…) nehme ich einen kleinen Hammel oder Gekröse (= ein Teil der Innereien). Ich lasse das Fleisch kochen, dann wird’s in kleine Stücke gehackt und auch das Brot ganz dünn geschnitten. Sobald man das Fleisch aus dem Kessel genommen und diesen mit Wasser gefüllt hat, lässt man den Kohl darin kochen. Ist er gar, dann legt man das zerhackte Fleisch und das dünn geschnittene Brot wieder in den Kessel und lässt es noch einmal kochen.“

 

Ob diese Suppe heute noch unseren Geschmack treffen würde? Falls Sie sie nachkochen möchten:

 

Viel Erfolg und guten Appetit

wünschen die Vinzenz-Konferenzen

im Erzbistum Paderborn