„Ich bin die Tür“ – Eine biblische Szene neu entdeckt
Unser gestriger Diözesantag begann mit einem gelungenen und motivierenden Gottesdienst mit Pastor Barkey. Doch was viele – teils schon während des Gottesdienstes aus dem Augenwinkel, teils danach ganz bewusst – besonders faszinierte, war eine Installation in der Marienkirche in Witten.
Mitten darin: eine Tür.

Genau unser Thema – wir sammeln ja weiterhin Türen. Doch was war das für eine Tür? Was hatte es mit den Schafen auf sich? Und wie gehörte das alles zusammen?
Eine Antwort darauf gab gewissermaßen der heutige, im ZDF übertragene Gottesdienst.
Im Evangelium nach Johannes (Johannes 10) sagt Jesus:
„Ich bin die Tür zu den Schafen.“
Was zunächst ungewöhnlich klingt, wird vor dem Hintergrund der damaligen Lebenswelt verständlich: Ein Hirte führte seine Schafe in einen geschützten Stall. Die Tür war der einzige Zugang – sie bedeutete Sicherheit, Orientierung und Leben. Wer durch diese Tür ging, war geborgen und fand zugleich den Weg hinaus auf gute Weide.
Genau dieses Bild greift die Installation auf:
Jesus steht in der Tür – mehr noch: Er ist selbst die Tür. Ein Mensch nähert sich diesem Eingang. Die Szene wirkt schlicht, aber sie spricht eine tiefe Einladung aus.
Die Predigt im Fernsehgottesdienst hat dieses Bild in unsere Zeit übersetzt. Türen kennen wir alle: Sie trennen und verbinden, sie schützen und öffnen zugleich. Immer wieder stehen wir im Leben vor solchen „Türen“ – vor Entscheidungen, Veränderungen oder neuen Wegen. Manchmal zögern wir, bleiben stehen oder schauen zurück.
Die biblische Botschaft aber macht Mut:
Diese Tür steht offen.
Und sie ist verbunden mit einer Verheißung: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
So wird die Installation zu mehr als einer Darstellung – sie wird zu einer Einladung:
Nicht stehen zu bleiben, sondern den Schritt zu wagen. Vertrauen zu fassen. Und darauf zu hoffen, dass hinter dieser Tür ein guter Weg liegt.
Kurz gesagt:
Jesus ist die Tür – ein offener Zugang zu einem Leben, das von Vertrauen, Orientierung und Hoffnung getragen ist. Wir sind eingeladen, hindurchzugehen.

