„Erbarmen ist das innerste Geheimnis Gottes“ – so lautet ein bekannter Ausspruch des hl. Vinzenz von Paul. Mit wenigen Worten bringt er auf den Punkt, wie er sich Gott vorstellt. Ihm war es ein großes Anliegen, dass die Barmherzigkeit Gottes für die Menschen spürbar und erfahrbar würde. Dafür waren ihm drei Wege besonders wichtig: Taten der Nächstenliebe, die Verkündigung des Evangeliums und die Versöhnung mit Gott. Diese drei Wege prägen bis heute die Arbeit der vinzentinischen Familie, egal ob es sich um Laien, Schwestern, Brüder oder Priester handelt. Unser Bild zeigt die Tür zum Beichtraum des Vinzenzkollegs in Lippstadt. Seit 105 Jahren kommen fast täglich Menschen dorthin, um zu beichten oder ein seelsorgliches Gespräch zu führen. Zwar sind auch hier die Zahlen kleiner geworden, aber erstaunlicherweise kommen wieder vermehrt junge Leute. Oftmals ergeben sich sehr intensive Gespräche über das eigene Leben oder „Gott und die Welt“. Für viele ist die Tür zum Beichtstuhl zu einer „Tür der Versöhnung“ und einer „Pforte der Barmherzigkeit“ geworden.