Diözesantag der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn am 20. Mai 2017

Jüngste Vinzenz-Konferenz läd zum Diözesantag nach Paderborn ein

„7 gegen Einsamkeit“. Mit diesem entschlossen klingenden Titel verbindet sich folgendes: Die sieben diözesanen Fachverbände innerhalb der Caritas setzen sich dafür ein, Einsamkeit dort, wo sie ihnen täglich begegnet, entgegenzutreten.

Zu den sieben zählen auch die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Mit ihren Besuchsdiensten versuchen sie seit jeher, Menschen, die allein sind, durch das Herstellen und Pflegen von Kontakten vor Einsamkeit und Isolation zu bewahren.
Der Soziologe Janosch Schobin stellt fest, „…dass Vereinsamungserfahrungen heute einen derart hohen Prozentsatz der Bevölkerung betreffen, dass sie ähnlich wie Arbeitslosigkeit und Armut als gesamtgesellschaftliches Problem begriffen werden müssen.“

Häufig wird Einsamkeit vor allem Älteren zugeschrieben. Der sich verkleinernde Kreis von Freunden, Einschränkungen beim Hören, Sehen und in der Mobilität, Unsicherheit durch Inkontinenz sind vielfach Gründe für einen Rückzug aus sozialen Zusammenhängen.
Tatsächlich sind von Einsamkeit Menschen quer durch alle Generationen betroffen.

Auf unseren Diözesantag wollen wir sowohl auf die älteren als auch auf die jüngeren Menschen schauen und setzen dabei auf die Erfahrungen, die uns Frau Kornalewski von der Katholischen Hochschulgemeinde und Herr Burkhard Albers vom Vinzenz-Altenzentrum vermitteln.

Der Tag beginnt um 10.00 Uhr mit einer Eucharistiefeier im St. Vincenz-Altenzentrum in Paderborn.


Hast du schon einmal einen Nikolaus mit Brille gesehen?

Heute, am 13. Dezember, ist das Fest der hl. Odilie. Schutzpatronin der Blinden und Sehbeeinträchtigten. Ein guter Grund also noch einmal auf die Petition zur Aktion "den Durchblick behalten" hinzuweisen. Über 1500 Unterschriften konnten bereits gesammelt werden. Das ist super. Aber leider ist es noch nicht der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.
Bundesweit sollen nun Aktionen gestartet werden, um auf das Thema hinzuweisen und Unterschrift zu sammeln.
In Paderborn hat am vergangenen Dienstag der Nikolaus den Anfang gemacht. 190 Unterschriften konnten am Nachmittag auf dem Weihnachtsmarkt gesammelt werden. Viel Lob und Zuspruch wurde dem Anliegen teil. 
Also: Setz dich ein für MEHR Durchblick und gib uns DEINE Stimme! Mach mit!
nikolaus

 


Deine Stimme zählt

Gib unserer Aktion eine Stimme

petition Dr. Thomas Witt, Vorsitzender des DiCV Paderborn und zahlreiche Caritasratsvorsitzenden der Orts-Caritasverbände im Erzbistum Paderborn unterstützen unser Anliegen.

Wenn Menschen sich keine Brille leisten können


youngcaritas und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn starten Petition an den Bundestag zur Finanzierung von Brillen für Menschen mit geringem Einkommen.

Viele Menschen mit geringem Einkommen können sich keine Brille leisten. youngcaritas und Vinzenz-Konferenzen rufen deshalb dazu auf, eine Petition an den Deutschen Bundestag zu unterzeichnen. Unter dem Titel „Den Durchblick behalten“ starten sie am 25. Oktober zudem eine Aufklärungskampagne und schalten die neue Internetseite www.dendurchblickbehalten.de frei. start

„Im Rahmen ehrenamtlicher Besuchsdienste haben wir miterlebt, wie schwierig die Finanzierung einer Brille für Menschen mit wenig Geld ist, und welche schwerwiegenden Folgen sich daraus für die betroffenen Menschen ergeben können“, erklärt Matthias Krieg von den Vinzenz-Konferenzen, einem Fachverband der Caritas. „Bis zur Bundestagswahl im Herbst 2017 wollen wir deshalb auf die Problematik der Brillenfinanzierung für Menschen mit wenig Geld aufmerksam machen“, sagt Linda Kaiser von youngcaritas. „Wir setzen uns für eine neue gesetzliche Regelung ein.“
Denn gesetzlich Krankenversicherte, die eine Brille benötigen, haben keinen Anspruch auf Unterstützung für den Kauf einer Sehhilfe. Eine Ausnahme gibt es nur für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie bei einer schweren Sehbeeinträchtigung auf beiden Augen – wenn das Sehvermögen trotz Brille bei unter 30 Prozent liegt. „Brillen sind aber in der Regel nicht – wie manchmal angenommen – zum Nulltarif zu haben“, erklärt Matthias Krieg von den Vinzenz-Konferenzen. Der durchschnittliche Minimalpreis einer Brille liege bei rund 180 Euro. Die können viele Menschen, die von Hartz IV leben, eine Mini-Rente bekommen oder aus ihrer Heimat geflohen sind, nicht aufbringen. „Für die betroffenen Menschen können daraus erhebliche Probleme im Alltag resultieren“, kritisiert Matthias Krieg. Ältere Menschen, die ständig stürzen, Arbeitslose, die mangels einer Brille keinen neuen Job annehmen können, oder  Menschen, die sich nicht gefahrlos im Straßenverkehr bewegen können – die Liste der schwerwiegenden Beeinträchtigungen ist lang.
„Eine Brille ist von grundlegender Bedeutung, damit ein Mensch ungefährdet am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann“, sagt Linda Kaiser. „Der Staat kommt somit seiner Verantwortung für die lebensnotwendige Unterstützung bedürftiger Menschen nicht nach.“ Konkret fordern youngcaritas und Vinzenz-Konferenzen die Mitglieder des Bundestages auf, Brillen in die Aufzählung des Paragrafen 24 (Abs. 3 S. 1) im Sozialgesetzbuch II aufzunehmen oder im Sozialgesetzbuch V eine Härtefallregelung für Brillen zu schaffen, analog der Regelung für Zahnersatz (Paragraf 55, Abs. 2).
Das Anliegen wird schon seit einigen Jahren von den Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn verfolgt. Im Einzelfall stellen die Vinzenz-Konferenzen bedürftigen Menschen auch Zuschüsse für Brillen zur Verfügung. „Gleichzeitig soll der Staat aber auch nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden“, erklärt Matthias Krieg. Seit diesem Jahr engagieren sich auch jüngere Menschen der youngcaritas mit Aktionen und über soziale Medien politisch zu diesem Thema. Denn auch viele junge Menschen kennen die Erfahrung, wie sich eine Sehschwäche im Alltag auswirkt. „Wir empfinden die aktuelle Situation von bedürftigen Menschen mit einer Sehschwäche als Ungerechtigkeit“, sagt Linda Kaiser.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Unterzeichnung der Petition gibt es unter: www.dendurchblickbehalten.de

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Fotos:
Matthias Krieg von den Vinzenz-Konferenzen und Linda Kaiser von youngcaritas im Erzbistum Paderborn starten eine Online-Petition an den Deutschen Bundestag zur Finanzierung von Brillen für Menschen, die sich keine Sehhilfe leisten können. (Foto: cpd / Jonas)

Das Kampagnen-Motiv für die Petition verweist darauf, dass sich viele Menschen mangels finanzieller Mittel keine Sehhilfe leisten können.

 


 

Barmherzigkeit zeigt sich auch Toten gegenüber


7 Werke der Barmherzigkeit - 7 gegen Einsamkeit - 7 Fachverbände

Zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit trafen sich am Tag der Heiligsprechung von Mutter Theresa gut 650 Ehrenamtliche in Paderborn.
Seitens der VK nahmen Brüder aus Herne, Unna, Attendorn, Brilon und Paderborn teil.
Nach einem geistlichen Impuls zogen die Gläubigen zum Gottesdienst durch die Heilige Pforte in den Hohen Dom ein.
Am Nachmittag beschäftigten sich die 7 caritativen Fachverbände mit je einem Werk der Barmherzigkeit.
Der Beitrag der Vinzenz-Konferenzen ging auf das Werk „Tote bestatten“ ein:
Wo Menschen einsam leben, ist auch ihr Sterben und Tod in der Regel von Einsamkeit geprägt. Das zeigt sich dann bei der Beerdigung, an der weder Freunde, Verwandte oder Nachbarn teilnehmen. „Tote bestatten“ heißt also, z.B. an einer Beerdigung teilzunehmen, um den Verstorbenen Respekt zu zollen, für sie zu beten, wie dies etwa Vinzenzbrüder in „Gottesdiensten für Unbedachte tun“ oder auf ihr Grab eine Kerze zu stellen. Diesen Gedanken griffen die VK auf, indem sie am Tag der Ehrenamtlichen in der Michaelskirche in Paderborn vor dem Altar einen Bilderrahmen mit den Umrissen eines nicht zu erkennenden Mannes aufstellten und davor einen Kranz niederlegten mit der Schleifenaufschrift: „Bei Gott wird keiner vergessen!“
In einem Kondolenzbuch konnten die Besucher/innen ihre Gedanken niederschrieben.

 

 


Vinzenz-Konferenzen immer noch im Brillenprojekt aktiv


MdL Claudia Middendorf besucht den Caritastag

middendorf

Am Caritastag in der Liboriwoche wurde von youngcaritas und den Vinzenz-Konferenzen wieder auf das Projekt "Den Durchblick behalten" aufmerksam gemacht. In einer Fotobox hatten die Gäste die Möglichkeit sich mit witzigen Brillen zu fotografieren.
Claudia Middendorf, MdL CDU, unterstützt die Aktion der Vinzenz-Konferenzen. Unter anderem hat sie eine Anfrage (LT Drucksache 16/12318) an die Landesregierung gestellt. Hier die Antwort: KA 4900

 


Vinzenz-Konferenzen als „Fairer Verband“ ausgezeichnet


Diözesanverband setzt auf schadstofffreie und fair gehandelte Aktionsgewinne im Caritas-Treff auf Libori

Paderborn, 27.7.2016 (cpd) – Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn sind als „Fairer Verband“ ausgezeichnet worden. Die Verantwortlichen des Verbandes seien die Bewerbung „sehr breit und vielfältig“ angegangen, lobte Hildegard Schäfer vom Projekt „Faire Gemeinde“. Bei der Verleihung der Urkunde im Caritas-Treff auf Libori betonte sie, die Vinzenz-Konferenzen, die ein Fachverband der Caritas sind, hätten die vier vorgeschlagenen Schwerpunkte alle erfüllt, obwohl sie für die Anerkennung nur in zwei Bereichen Verbesserungen hätten vornehmen müssen.
Zu den konkreten Verbesserungen auf dem Weg zum „Fairen Verband“ gehörten neben dem schon seit drei Jahren praktizierten Ausschank fair gehandelten Kaffees und der Abhaltung von Telefonkonferenzen, die Autofahrten überflüssig machen, unter anderem der Einsatz von schadstofffreiem und fair gehandelten Kinderspielzeug sowie Aktionsgewinnen, die die Vinzenz-Konferenzen auf Libori im Caritas-Treff verteilen. 
Das Projekt „Faire Gemeinde“ ehrt Gemeinden oder Pastoralverbünde, Verbände, Einrichtungen, Institutionen und Gruppierungen, die sich durch konkretes Handeln und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für mehr Nachhaltigkeit und internationale Gerechtigkeit in der Kirche engagieren. Projektträger sind das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn, der Diözesanverband Paderborn des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Referat Weltmission, Entwicklung und Frieden im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn. Der Schwerpunkt des Projektes ist vor allem die Umsetzung zweier Verbesserungsprojekte aus den Bereichen „Lebensmittel“, „Materialbeschaffung“, „Energie & Mobilität“ oder „Finanzen“.

fairer verband


Heribert Zelder (Diözesankomitee), Annika Manegold (BDKJ) (von links) und Projektreferentin Hildegard Schäfer (4. v. l.) überreichten die Auszeichnung „Fairer Verband“ an Heinrich Stolze (Vorsitzender) und Matthias Krieg (Geschäftsführer) von den Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn.
(Foto: cpd / Jonas)

 


Christen im Heiligen Land - bleiben oder gehen

Vinzenz-Konferenzen laden zum Diözesantag ein

dt2016In den Gottesdiensten zu Palmsonntag haben wir gerade noch besonders an die Christinnen und Christen im Heiligen Land gedacht. In Ihrem Aufruf zur Solidarität mit unsern Glaubensschwestern und –brüdern zitieren die Deutschen Bischöfe Papst Franziskus: „(Unter den) vielen Migranten, die niemals ihr Land verlassen würden, wenn sie nicht dazu gezwungen wären, sind zahlreiche Christen, die im Laufe der letzten Jahre zunehmend massenhaft ihre Länder verlassen haben, die sie doch schon seit den Anfängen des Christentums bewohnen.“

Das menschliche Leid all derer gleich welcher Konfession, die Hals über Kopf ihre Heimat verlassen haben, fordert uns Vinzenz-Konferenzen in unserem Engagement vor Ort tagtäglich heraus. Uns berührt auch der Umstand, dass „die Existenz des Christentums in der Ursprungsregion unseres Glaubens“ bedroht ist.

Seit dem 13. Jahrhundert sind die Franziskaner im Heiligen Land präsent. Sie betreuen bis heute viele biblische Stätten. Zusammengefasst in der „Kustodie des Heiligen Landes“ wirken die Brüder nicht nur in Israel, Palästina und Jordanien. Sie leben auch in der „Region des Heiligen Paulus“, die u.a. Syrien umfasst. An Orten, wie dem uns aus der medialen Kriegsberichtserstattung bekannten Aleppo, harren sie mit den Menschen aus.
Vor diesem Hintergrund ist Pater Werner Mertens von der Heilig-Land-Zentrale der deutschen Franziskaner in Werl sicher der geeignete Referent, um uns an der Situation der Christen im und aus dem Heiligen Land teilhaben zu lassen.

 


Doppelt hart: arm und Brillenträger

Vinzenz-Konferenzen und youngcaritas im Erzbistum Paderborn setzen sich dafür ein, dass auch einkommensschwache Menschen ihre Brille finanzieren können.

„Den Durchblick behalten“ – das war für die Besucher des Aktionsstandes der youngcaritas gar nicht einfach. „Den Durchblick behalten“ – das war für die Besucher des Aktionsstandes der youngcaritas gar nicht einfach. Über bewusst unleserliche gehaltene Osterrezepte kamen die sozial engagierten Jugendlichen mit Passanten über das Problem der Finanzierbarkeit von Brillen durch Bedürftige ins Gespräch.cpd/youngcaritas

Wer arm ist und dazu noch Brillenträger, hat es doppelt schwer: Seitdem die Kassen nur noch bei Erwachsenen mit starker Sehbehinderung die Kosten für die Brillengläser übernehmen, ist gutes Sehen für bedürftige Brillenträger zu einem finanziellen Kraftakt geworden. Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn machen seit einigen Jahren mit der Aktion "Den Durchblick behalten" auf diese soziale Härte aufmerksam; in Einzelfällen gewähren die caritativ engagierten Ehrenamtlichen Betroffenen sogar Zuschüsse aus Spendenmitteln. Der Caritas-Fachverband bekommt jetzt Unterstützung durch die youngcaritas im Erzbistum Paderborn. Die Jugendlichen haben sich u. a. kreative sozialpolitische Aktionen auf die Fahnen geschrieben.

Für die Kinder gab es besonders gestaltete Ostereier: BrilleneierFür die Kinder gab es besonders gestaltete Ostereier: Brilleneiercpd/youngcaritas

Einen Eindruck davon bekamen jetzt Passanten in der Paderborner Fußgängerzone. An einem Aktionsstand hatten die Jugendlichen Osterrezepte zum Stöbern und Mitnehmen ausgelegt. Erst auf den zweiten Blick haben die Interessierten dann gemerkt, dass die ausgelegten Rezepte kaum lesbar waren. "Wir haben die Rezeptbücher so gestaltet, dass die Schrift verschwommen oder sehr klein und somit schlecht bis gar nicht lesbar war", berichtet Linda Kaiser, Referentin der youngcaritas beim Diözesan-Caritasverband. "Wenn die Besucher dann erstaunt und verwirrt geguckt haben, haben wir das Gespräch gesucht und darauf aufmerksam gemacht, wie "einfache" Sehschwächen das Alltagsleben einschränken können." Somit kam schnell das Gespräch auf die Finanzierung von Brillen. An die Kinder wurden bunte Ostereier verschenkt, die mit einer Brille bemalt wurden. "Viele Menschen wollten nicht glauben, dass Brillen für Menschen mit geringem Einkommen wirklich nicht mehr finanziert werden oder sie haben von ihren eigenen Erfahrungen erzählt, wie kostspielig die Finanzierung der Brille war", berichtet Linda Kaiser.

Bis zu den Bundestagswahlen 2017 wollen Vinzenz-Konferenzen und youngcaritas gemeinsam auch gegenüber der Politik auf die Problematik der Brillenfinanzierung durch Bedürftige aufmerksam machen. "Gutes Sehen gehört zur Teilhabe dazu. Wir wollen, dass alle am Leben teilhaben können. Der Kauf einer Sehhilfe darf deshalb nicht davon abhängig sein, ob ich Geld habe oder nicht", heißt es in einem gemeinsamen Flyer. Aktuell wird auch eine Homepage zur Aktion erstellt:www.dendurchblickbehalten.de

 

 


CKD-Tag der Begegnung

 


 

Zu ihrem Tag der Begegnung lud in diesem Jahr die CKD nach Dortmund ins Dietrich-Keuning-Haus ein. Und die Vinzenz-Konferenzen kamen mit Durchblick. Denn mit großen Augen hinter einer noch größeren Brille wurden die Besucher des Tages - wie schon bei der Eröffnung der Aktion 2012 auf Libori - empfangen.
Auch wenn der Tag mit vielen Angeboten bestückt war, wurde der Infostand der Vinzenz-Konferenzen rege besucht. Man tauschte sich über die "Ungerechtigkeit seitens der Regierung und der Krankenkassen", die "Prioritätensetzung" und die "Wichtigkeit des guten Sehens" aus. Prinzipiell wurde das Angebot der Vinzenz-Konferenzen, bedürftige Personen finanziell zu unterstützen, sehr positiv gesehen. Es wurde jedoch auch festgestellt, dass es sich bei diesem Angebot nur um einen Tropfen auf den heißen Stein handelt. Denn meist halten sich die betreffenden Personen im Verborgenen, so dass man ihnen das Angebot nur schwer zugänglich machen kann.
Fazit des Tages ist es also, sich auch weiter dafür einzusetzen, dass zumindest eine einfach Grundversorgung wieder über die Krankenkassen den Versicherten zur Verfügung gestellt wird.

 


 

Diözesantag der Vinzenz-Konferenzen

 

 

 

 

Dass die demografische Entwicklung gerade durch eine niedrige Geburtenrate gekennzeichnet ist, ist allgemein bekannt. Man sollte meinen, dass dann alle unsere Bemühungen dahin gehen, nun erst recht unsere wenigen Kinder auf einen guten Weg zu bringen und sie optimal zu unterstützen.
Tatsächlich lässt sich beobachten, dass einige Kinder in einem Höchstmaß durch ihr Elternhaus gefördert werden. Dabei wird zu viel des Guten den Kindern auch nicht gut tun. Zu wenig des Guten aber nimmt Kindern von Anfang an die Chance auf Teilhabe und Teilgabe in unserer Gesellschaft. Von Kinderarmut sind allein in NRW ca. 800.000 Mädchen und Jungen betroffen. Eine erschreckend hohe Zahl!

Der hl. Vinzenz von Paul, Namensgeber unserer Vinzenz-Konferenzen, hatte es seinerzeit mit Kindern, die in Elend leben mussten, zu tun. Wir treffen heute Armut unter Kindern in unseren Städten in anderer, versteckterer Form an. Mit dem Hl. Vinzenz von Paul teilen wir das Anliegen, uns dafür einzusetzen, dass Kinder förderliche Bedingungen haben ins Leben zu starten, ihre Talente zu entwickeln und zu entfalten.
Auf unserem Diözesantag wurde uns mit Andreas Bröcher ein Referent zur Verfügung stehen, der Einblicke in die Realität von armen Kindern gab.

 

 


Die WAZ schrieb dazu am 05. Mai 2015

Kinderarmut beschäftigt Vinzenz-Konferenzen
Jedes fünfte Wittener Kind lebt in einer Harzt IV-Gemeinschaft. Gläubige diskutieren Ursachen und Lösungsvorschäge

In Witten leben die meisten armen Kinder des EN-Kreises: Jedes fünfte Kind wächst in einer Harzt-IV-Gemeinschaft auf. Das belegt der Armutsbericht für den Kreis. Kinderarmut war auch das Thema beim Jahrestreffen der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Dieser Diözesantag fand in St. Marien statt.
Referent Andreas Bröcher (56) ist Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Bremen und Vizepräsident der Gemeinschaft der Vinzenz-Konferenzen Deutschlands. Er selbst, so sagt er, habe sich nie arm gefühlt, auch wenn es seine Eltern mit fünf Söhnen sicher nicht leicht hatten. Armut galt als etwas Normales, "gottgegeben", führt Bröcher vor rund 65 Zuhörern aus.
Heute führe Armut zu einer Ausgrunzung, schwierigen Wohnverhältnissen, Nachteilen bei der Bildung und Gesundheit. Und: "Armut ist vielen peinlich", sagt Diözesan-Geschäftsführer Matthias Krieg.
Als ein positives Wittener Beispiel nennt Andreas Bröcher die Ruhrtalengel, die in Annen bedüftige Kinder mit Mittagessen versorgen. Dazu Ulrich Schürmann, stellvertretender Diözesan-Vorsitzender: Nach seinen Erfahrungen kommt ein Viertel aller Kinder ohne Frühstück in die Schule, unabhängig davon, ob die Eltern Arbeit haben oder nicht.
Eltern und Großeltern hätten dabei Vorbildfunktion. Bröcher erzählt von einem Fall, wo ein Vierjähriger, befragt, was er werden wolle, "Hatz IV" antwortete - so wie Papa und Opa. Eine engagierte Erzieherin habe daraufhin das Kind einmal morgens abgeholt und zum Bäcker gebracht, um Brötchen herzustellen. Waraufhin der Junge nun "Bäcker" als Berufswunsch angibt.
Andreas Bröcher schlägt vor, eine Kindergrundsicherung einzuführen: 536 Euro im Monat reichten, habe man ausgerechnet. Und er äußert die für einen Katholiken überraschende Ansicht, er empfehle auch einmal einer Frau, sich von einem Mann zu trennen: "Es ist besser, die Ehe nicht unauflösbar zu halten. Und zu sagen: Geht in Herrgotts Namen, es ist besser für die Kinder."
(Der Artikel wurde von Steffen Hamann verfasst)


 


 

Neuer Vorstand gewählt

 

 

 

Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn e.V. haben auf ihrem Diözesantag in Witten einen neuen Vorstand gewählt. Heinrich Stolze löst als Vorsitzender Ulrich Keuthen ab, der nicht wieder kandidierte. Sein Stellvertreter ist Markus Berkenbusch, der wie Stolze aus der Vinzenz-Konferenz im Pastoralverbund Herne-Mitte kommt. Verabschiedet aus dem Vorstand wurde Ulrich Schürmann, der ebenfalls nicht wieder kandidierte. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Dr. Lorenz Ladage aus dem Vorstand des Diözesan-Caritasverbandes, Pfarrer Norbert Keller als geistlicher Beirat sowie Matthias Krieg, der als Geschäftsführer bestätigt wurde.

 

Alter und neuer Diözesan-Vorstand der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn
v.l. Ulrich Schürmann (ehem. stv. Vorsitzender), Matthias Krieg
(Geschäftsführer), Sabrina Groppe (Mitarbeiterin der Geschäftsstelle), Reiner Klaes (Generalsekretär der VKD), Heinrich Stolze (Vorsitzender), Ulrich Keuthen (ehem. Vorsitzender) und Markus Berkenbusch (stv. Vorsitzender).

(Foto: Winfried Hollman, VK St. Johannes)

 

 


 

2. Platz des Pauline-von-Mallinckrodt-Preis 2014 geht an die Vinzenz-Konferenz

Gewinner

Erzbischof Hans-Josef Becker (2. von rechts), Prälat Dr. Marian Subocz (Präsident Caritas Polen, Mitte) und Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig (links) gratulierten den Preisträgern aus Porta Westfalica, Herne und Iserlohn. (Alle Fotos: cpd – Markus Jonas

Der Pauline-von-Mallinckrodt-Preis der CaritasStiftung für das Erzbistum Paderborn geht in diesem Jahr an erstmals drei Projekte, die sich ehrenamtlich international engagieren und für gerechte Bedingungen einsetzen. Den ersten, mit 2.500 Euro dotierten Preis, erhielt das Partnerschaftsprojekt des Pastoralverbundes Weserbogen in Porta Westfalica mit der Pfarrgemeinde St. Dominique Ruli in Ruanda. Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde die Vinzenz-Konferenz St. Marien Eickel in Herne für ihre Hilfe für Roma in Ungarn ausgezeichnet. Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an das Kenia-Team der Caritas-Konferenz in der Pfarrgemeinde St. Aloysius Iserlohn für die seit 1987 existierende Partnerschaft mit dem Kibagare Good News Centre in Kenia.

Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte die Preise am Samstag, den 2. August, im Rahmen des Caritas-Tages in der Libori-Festwoche im Liborianum in Paderborn. Eine unabhängige Jury hatte die Preisträger aus insgesamt zehn vorgeschlagenen Projekten ausgewählt. Das Leitmotiv der diesjährigen Preisverleihung entstammt der Jahreskampagne der deutschen Caritas „Weit weg ist näher, als du denkst“.

Domkapitular Dr. Thomas Witt, Kuratoriumsvorsitzender der CaritasStiftung für das Erzbistum Paderborn, sagte, in einer globalisierten Welt ende die Nachbarschaft nicht am eigenen Gartenzaun, sondern gehe über Ländergrenzen hinweg. Die für den diesjährigen Pauline-von-Mallinckrodt-Preis nominierten Projekte zeigten, dass es in den Pfarrgemeinden des Erzbistums Paderborn eine Vielzahl von Gruppen und Initiativen gebe, die sich international engagierten und sich für Menschen in und aus anderen Ländern der Erde einsetzten.
„Die Projekte machen deutlich, dass sich der Einsatz und das Engagement lohnen“, sagte Dr. Witt.

In seinem Festvortrag schilderte Prälat
Dr. Marian Subocz, Präsident der Caritas Polen, die schwierige soziale Lage seit der Wende in seinem Land sowie den Aufbau der Caritas als größte Wohltätigkeitsorganisation des Landes. Seit 2009 arbeitet die Caritas Polen mit dem Diözesan-Caritasverband Paderborn gemeinsam an einem wegweisenden Projekt zur legalen Beschäftigung von polnischen Haushaltshilfen in Familien mit Pflegebedürftigen in Deutschland.

Im Rahmen des ausgezeichneten Partnerschaftsprojektes des Pastoralverbundes Weserbogen in Porta-Westfalica mit der Pfarrgemeinde St. Dominique Ruli in Ruanda wird eine Vielzahl von Menschen in Ruanda unterstützt, darunter Aidswaisen, Straßenkinder und Witwen. Die Hilfe erfolge kontinuierlich – etwa durch die monatliche Unterstützung eines Katecheten in Ruli, sagte Domkapitular Dr. Thomas Witt. Bemerkenswert sei auch der intensive Erfahrungsaustausch zwischen den Pfarrgemeinden in den Bereichen Seelsorge und Katechese.

Die Vinzenz-Konferenz St. Marien Eickel in Herne macht mit ihrem Hilfsprojekt in Ungarn auf die vielschichtigen Probleme der Roma aufmerksam, die nicht nur in Ungarn am äußersten Rand der Gesellschaft stehen. Zur nachhaltigen Unterstützung wurde von der Vinzenz-Konferenz ein eigener Förderkreis gegründet, der in vorbildlicher Weise Hilfe zur Selbsthilfe biete, sagte Witt.

Das Kenia-Team der Caritas-Konferenz in der Pfarrgemeinde St. Aloysius Iserlohn begründete 1987 seine Partnerschaft mit dem Kibagare Good News Centre in Kenia. Besonders beeindruckt war die Jury von der Vielzahl der Aktivitäten, die im Rahmen der Partnerschaft stattfinden. Auch die Spendenaktionen der Gruppe könnten sich sehen lassen, sagte Dr. Thomas Witt: So wurden allein 2013 Spenden in Höhe von 15.000 Euro eingenommen. Mit diesem Geld wird Kindern und Jugendlichen aus ärmsten Verhältnissen eine Zukunft eröffnet.

Der Preisverleihung ging ein buntes Fest der Begegnung auf dem Kardinal-Degenhardt-Platz vor der Stadtbibliothek in Paderborn voraus. Rund 800 Haupt- und Ehrenamtliche aus Pfarrgemeinden, caritativen Diensten und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn genossen Musik, Aktionen und Impulse.

Hintergrund Pauline-von-Mallinckrodt-Preis

Benannt ist der Preis der CaritasStiftung nach der seligen Pauline von Mallinckrodt (1817-1881), der Begründerin der Blindenfürsorge in Paderborn und Gründerin der Ordensgemeinschaft der Schwestern der christlichen Liebe. Der Preis wird jeweils im Rahmen des Caritas-Tages in der Paderborner Libori-Festwoche verliehen. Mit dem Preis fördert die CaritasStiftung ehrenamtliche Caritas-Initiativen im Erzbistum, die sich in besonderer Weise im Sinne der jeweiligen Jahreskampagne der Caritas in Deutschland verdient machen. In diesem Jahr wurden erstmals drei Preise vergeben.

Porta

Domkapitular Dr. Thomas Witt, Kuratoriumsvorsitzender der CaritasStiftung für das Erzbistum Paderborn, und Erzbischof Hans-Josef Becker überreichten einen Scheck über 2.500 Euro für den ersten Preis an Karl und Gabriele Gunia sowie Beate Bornemeier (von rechts) vom Partnerschaftsprojekt des Pastoralverbundes Weserbogen in Porta Westfalica, das mit der Pfarrgemeinde St. Dominique Ruli in Ruanda zusammenarbeitet.

 

VK

Erzbischof Hans-Josef Becker überreicht den zweiten Preis in Höhe von 1.500 Euro an Diakon Peter Schulte-Pelkum und Franz Knecht von der Vinzenz-Konferenz St. Marien Eickel in Herne für ihre Hilfe für Roma in Ungarn.

 

CKD

Erzbischof Hans-Josef Becker gratuliert Sophia Bergandt zum dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro für das Kenia-Team der Caritas-Konferenz in der Pfarrgemeinde St. Aloysius Iserlohn.


Verwitwete Männer sind häufig einsam

Besuchsdienste und Seniorenkreise helfen gegen Einsamkeit im Alter / Studie von Caritas- und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn zusammen mit Uni Duisburg-Essen

Einsamkeit ist ein wachsendes Problem
in der Gesellschaft, bestätigt eine Be-
fragung von Uni Duisburg-Essen in Kooperation mit Caritas- und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn.
(Foto: cpd / Meinschäfer)

 

Die Einsamkeit ist auf dem Vormarsch. Betroffen davon seien vor allem verwitwete Männer im Ruhestand, ergab eine Befragung von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Caritas-Konferenzen und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Diese setzen sich mit vielfältigen Maßnahmen gegen Einsamkeit ein. Besonders erfolgreich seien dabei ehrenamtliche Besuchsdienste, etwa zu Geburtstagen, sowie regelmäßige Seniorenkreise, ergab eine Studie des Zentrums für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung (UNIAKTIV) der Universität Duisburg-Essen in Zusammenarbeit mit Caritas-Konferenzen und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn.

Einsame Menschen werden am ehesten durch direkte Ansprache erreicht. Aber auch Flyer und Veranstaltungshinweise in Medien sprechen sie an. Der Personenkreis der einsamen Menschen, die von den Ehrenamtlichen erreicht werden, profitieren davon, so die Überzeugung der Befragten: Der Kontakt steigere das geistige und emotionale Wohlbefinden. Angesichts zunehmender Einsamkeit in der Gesellschaft wachse die Bedeutung von Besuchsdiensten, analysiert die Studie. Gleichzeitig fehlten aber vielerorts ehrenamtliche Kräfte zu deren Durchführung.

An ihre Grenzen kommen ehrenamtliche Mitarbeiter allerdings, wenn einsame Menschen für neue Kontakte nicht offen sind oder ausdrücklich allein sein wollen. Auch bei einer fehlenden Vertrauensbasis sei Hilfe kaum möglich. Größtes Hindernis für Hilfe sei allerdings, dass sich einsame Menschen oft so sehr zurückziehen, dass sie nicht bekannt seien.

„Die Befragung zeigt, dass Einsamkeit ein sehr aktuelles Thema ist“, sagen Britta Kinze und Sabrina Groppe, Kooperationspartner der Uni Duisburg-Essen bei Caritas- und Vinzenz-Konferenzen. „Immer mehr Menschen sind von Einsamkeit gefährdet oder sind bereits einsam.“ Doch jeder könne etwas gegen Vereinsamung tun: „Wichtig ist es, vor Ort zu sein und Nähe zu seinen Mitmenschen zu zeigen“, raten sie. „Es müssen nicht die großen Taten sein.“ Als Türöffner reiche schon ein Gruß oder ein kleines „Wie geht´s?“

Für die Studie wurden Ehrenamtliche von 37 Caritas- und Vinzenz-Konferenzen nach ihren Beobachtungen und Erfahrungen im Umgang mit einsamen Menschen gefragt.

Hintergrund zu den mit der Uni Duisburg-Essen kooperierenden Verbänden

Die Caritas- und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn sind Fachverbände im Diözesan-Caritasverband. Sie werden größtenteils von Ehrenamtlichen vertreten, die sich im Bereich der Besuchsdienste, Altenbetreuung, Krankenkommunion, Kleiderkammern, Tafeln, und anderen Diensten einsetzen. Im Rahmen der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn engagieren sich rund 17.500 (zu mehr als 90 Prozent weibliche) Ehrenamtliche in rund 800 Gruppen. Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn zählen 20 Gruppen mit insgesamt rund 200 (männlichen) Mitgliedern.


 

Diözesantag der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn 2014

"Weit weg ist näher als Du denkst".
Dieses Motto der Jahreskampagne der Caritas deckt sich mit unseren Erfahrungen. Das, was sich in den Medien zunächst irgendwo in der Welt abzuspielen scheint, rückt auf einmal ganz nahe. Erfreuliches und Bereicherndes, aber auch Erschütterndes und Herausforderndes.

Den Vinzenz-Konferenzen ist es nie gleichgültig gewesen, was sich "jenseits des Gartenzaunes" abspielt. Ihr Engagement vor Ort geht immer einher mit dem Einsatz für Menschen andernorts: in Osteuropa, in Südamerika und Afrika.
Daher haben sich die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn auch entschlossen, Mitglied im Westdeutschen Förderkreis von Oikocredit zu werden. Oikocredit als ökumenische Entwicklungsgenossenschaft teilt mit den Vinzenz-Konferenzen das Anliegen, in Menschen zu investieren. So sollen benachteiligten Frauen und Männern Wege aus der Armut eröffnet und Chancen für eine nachhaltige Entwicklung geboten werden.



 

Kein Spielraum für eine Brille / Demo gegen die Benachteiligung von Bedürftigen mit Sehschwäche / Vinzenz-Konferenzen und Runder Tisch Armut fordern Gesetzesänderung 

Mit einer Demonstration in Paderborn haben die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn und der örtliche Runde Tisch Armut am Mittwoch auf die soziale Benachteiligung von bedürftigen Brillenträgern hingewiesen. Mit Ratschen und Druckluftfanfaren machten die rund 100 Demonstrationen lautstark auf deren Notsituation aufmerksam. Wer in Armut lebe, könne sich keine angemessene Brille leisten, da weder Krankenversicherung noch die Grundsicherung (SGB II) die Kosten übernähmen, sagte Ulrich Keuthen, ehrenamtlicher Diözesan-Vorsitzender der Vinzenz-Konferenzen, vor dem Paderborner Rathaus. „Wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass so etwas wichtiges wie eine Brille aus den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung herausgenommen worden ist?“, fragte er. Weil viele Brillenträger teurere Brillen gekauft hätten, als ihnen von den Krankenkassen erstattet wurden, habe der Gesetzgeber geschlussfolgert, dass sie dann ja auch die ganze Brille bezahlen könnten. „Diese Logik mag für Menschen mit gutem Einkommen stimmen. Mit der sozialen Wirklichkeit von heute hat das aber wenig zu tun“, kritisierte Keuthen. „Jeder Sechste gilt in NRW als armutsgefährdet. Da ist für viele kein Spielraum, sich eine neue Brille anzuschaffen.“

Nicole Wiggers vom Runden Tisch Armut in Paderborn betonte, welch große Bedeutung das Sehen im Alltag habe. Menschen in Armut seien allein aufgrund ihrer finanziellen Situation von Ausgrenzung betroffen, könnten wegen fehlender Sehhilfen weder Fahrpläne noch Beipackzettel von Medikamenten oder Informationen über geplante Aktivitäten lesen. Ein Ansparen für eine Sehhilfe von der Grundsicherung, wie vom Gesetzgeber vorgesehen, sei angesichts der erforderlichen Summen kaum möglich, sagte Nicole Wiggers. Der Runde Tisch Armut schließe sich deshalb der Forderung der Vinzenz-Konferenzen an, dass die Krankenkassen die Kosten einer Brille für Menschen mit geringem Einkommen übernehmen oder dass bei der Grundsicherung die Bezuschussung einer Brille ermöglicht werde. Ulrich Keuthen rief die heimischen Bundestagsabgeordneten dazu auf, sich für entsprechende Gesetzesänderungen einzusetzen. „Es ist keine Marginalie. Es geht um ein Problem, das viele Menschen berührt.“ „Wir müssen nachbessern“, gestand der Paderborner SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Blienert. „Den Auftrag nehme ich mit nach Berlin.“

Die gesetzliche Krankenversicherung sieht nur für Kinder und Jugendliche und für stark Sehbehinderte einen Zuschuss zur Anschaffung von Brillengläsern vor. Andere gesetzlich Krankenversicherte müssen ihre Brille selbst finanzieren. Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn bemühen sich deshalb mit ihrem Projekt „Den Durchblick behalten“ seit zwei Jahren einerseits um eine entsprechende Gesetzesänderung und leisten andererseits in konkreten Einzelfällen Zuschüsse zum Erwerb einer Brille. So konnten sie – auch mit großzügiger Hilfe eines Paderborner Optikers – schon in fast 250 Fällen Unterstützung leisten. Nähere Infos dazu unter www.vinzenz-konferenzen.de/oeffentlichkeit/den_durchblick_behalten.html

 

Hintergrund

Die Gemeinschaft der Vinzenz-Konferenzen in Deutschland ist ein Fachverband im Deutschen Caritasverband. Bundesweit engagieren sich 5000 Mitglieder in 350 Vinzenz-Konferenzen für Menschen in Notlagen. Die 20 Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn mit insgesamt rund 200 Mitgliedern befinden sich in Attendorn, Brilon, Castrop-Rauxel, Herne, Iserlohn, Paderborn, Rheda-Wiedenbrück, Unna, Wenden und Witten.

Der „Runde Tisch Armut Paderborn“ wurde von 16 sozialen Verbänden und Vereinen aus der Stadt Paderborn 2007 gegründet. Ziel des breiten Bündnisses von Trägern sozialer Arbeit in der Stadt ist die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Armut. Der Runde Tisch wird getragen von den örtlichen Wohlfahrtsverbänden AWO, Caritas, Diakonie, DPWV und DRK, den Vereinen Ev. Perthes Werk, KIM, IN VIA, PIGAL, Paderborner Tafel, SKF, SKM und der Verbraucherzentrale sowie dem Dekanat Paderborn und dem evangelischen Kirchenkreis Paderborn.


 

Für ethisches Investment / Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn wollen Zeichen setzen / 200 Brillen für Menschen mit geringem Einkommen bezuschusst

Die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn setzen sich für ethisches Investment ein. Der caritativ tätige Verband mit rund 200 Mitgliedern in 20 Konferenzen im Erzbistum Paderborn investiert dazu einen Teil seiner allerdings bescheidenen Ersparnisse bei Oikocredit. Die internationale ökumenische Entwicklungsgenossenschaft vergibt seit Jahrzehnten Kredite zum Beispiel an Kleinunternehmen oder landwirtschaftliche Genossenschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Ulrich Keuthen aus Brilon, ehrenamtlicher Diözesan-Vorsitzender der Vinzenz-Konferenzen. Oikocredit verschaffe Menschen eine Perspektive für ihr berufliches und privates Leben. „Und in Menschen zu investieren, ist einfach eine tolle Sache.“

Mit ihrem ethischen Investment greifen die Vinzenz-Konferenzen das Motto der Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes auf: „Weit weg ist näher als Du denkst.“ Die Vinzenz-Konferenzen, die sich vor allem vor Ort mit Besuchen bei kranken und alten Menschen engagieren, sind auch international aktiv. Insbesondere in Osteuropa unterstützen sie Projekte gegen Armut, so etwa in Ungarn die Errichtung und Unterhaltung einer Armenküche für Sinti und Roma.

Einen Großteil ihrer Ersparnisse haben die Vinzenz-Konferenzen bereits im vergangenen Jahr in Brillen für Menschen mit geringem Einkommen investiert. Im Rahmen der Aktion „Den Durchblick behalten“ bezuschussten sie bisher 200 Brillen mit je 100 Euro. Damit machen die Vinzenz-Konferenzen auf den ungerechten Umstand aufmerksam, dass Menschen mit geringem Einkommen keinen Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse zu ihren Brillengläsern erhalten. Ausnahmen stellen nur Fälle extrem ausgeprägter Sehbehinderung dar.

Die Gemeinschaft der Vinzenz-Konferenzen in Deutschland ist ein Fachverband im Deutschen Caritasverband. Bundesweit engagieren sich 5000 Mitglieder in 350 Vinzenz-Konferenzen für Menschen in Notlagen. Die 20 Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn mit insgesamt rund 200 Mitgliedern befinden sich in Attendorn, Brilon, Castrop-Rauxel, Herne, Iserlohn, Paderborn, Rheda-Wiedenbrück, Unna, Wenden und Witten.

Ulrich Keuthen, ehrenamtlicher Diözesan-Vorsitzender der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn, will mit dem Investment in Oikocredit ein Zeichen setzen.
(Foto: cpd / Jonas)


 

„Durchblick behalten“ - Ehrenamtliche engagieren sich im Rahmen der Brillenaktion

 

Wilhelm Kürpick unterstützt als Ehrenamtlicher die Brilleninitiative der Vinzenz-Konferenzen „Den Durchblick behalten“. „Das ist wirklich ´ne super Aktion! Ich brauche zwei Brillen. Die Brillen sind beide toll! Damit kann ich wirklich gut sehen!“, äußert sich Herr Kürpick begeistert. Sowohl für seine Arbeit in den Schlosswerkstätten als auch für seine Fahrten mit dem Motorroller ist für ihn eine passende Brille ein Muss.


Hier engagiert sich W.Kürpick gerade beim Libori-Würstchengrillen der Caritas
 

Hilfe für einkommensschwache Brillenträger / Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum wenden sich an Bundestagskandidaten / Aktion „Durchblick behalten“ will Politiker für Gesetzesänderung gewinnen

Viele Menschen in Deutschland können sich aus finanziellen Gründen keine Brille leisten. Darauf haben die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn die Kandidaten für die bevorstehende Bundestagswahl hingewiesen. Abhilfe könne nur eine Gesetzesänderung schaffen, die für einkommensschwache Menschen eine Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung vorsieht. „Die Anschaffung einer angepassten Brille, die einem sehbeeinträchtigen Menschen die uneingeschränkte Teilhabe am täglichen Leben erst ermöglicht, darf kein Privileg derjenigen bleiben, die über ein Einkommen verfügen, das über dem Arbeitslosengeld II (ALG II) liegt“, heißt es in dem Schreiben. Die Vinzenz-Konferenzen bitten die Bundestagskandidaten daher, sich für eine entsprechende Änderung im zweiten oder fünften Sozialgesetzbuch (SGB) einzusetzen.
Reaktionen kamen bisher von fast allen Parteien. Die Absender bestätigten, dass ihnen die Problematik bekannt sei. Die meisten äußerten Verständnis für das Anliegen und versprachen, sich im Sinne der Vinzenz-Konferenzen einzusetzen. Einwände gab es aber auch: So sei im ALG II eine Pauschale für Gesundheitspflege enthalten. Diese umfasse auch Eigenleistungen, die von der Krankenversicherung nicht übernommen werden, hieß es in einer Rückmeldung. „Dieser Anteil  beträgt gerade einmal 16,41 Euro monatlich“, entgegnet Matthias Krieg, Geschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Die Kosten für eine auch nur einfache Brille betrage aber schnell mehr als 200 Euro. „Würde ein Betroffener seinen gesamten Anteil für Gesundheitspflege nur für die Brille und sonst keine anderen Gesundheitsausgaben einsetzen, die die Krankenkasse nicht trägt, bräuchte er mehr als 13 Monate, um das Geld für eine Brille zusammen zu haben“, gibt Matthias Krieg zu bedenken. Und: „Die Erstattung von Sehhilfen für Bedürftige wäre für die Krankenversicherung problemlos leistbar, wenn alle Bürger und alle Einkommensarten in die solidarische Finanzierung der Krankenkassen einbezogen würden.“
Mit der Aktion „Den Durchblick behalten“ weisen die 18 Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn auf die schwierige Situation einkommensschwacher Brillenträger hin. Mit Spendenmitteln konnten die Ehrenamtlichen bistumsweit rund 100 bedürftigen Personen zu einer passenden Sehhilfe verhelfen. „Wir wissen aber, dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann“, sagt Matthias Krieg. Erfreulich sei daher die Ankündigung derjenigen Politiker, die mit den Vinzenz-Konferenzen konkret im Gespräch bleiben und dieses Anliegen im Blick behalten wollen.

Foto:
Mit einem Maulwurf werben die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn bei den Bundestagskandidaten um Unterstützung für ihr Anliegen, einkommensschwachen Menschen eine Kostenübernahme für Sehhilfen durch die Gesetzliche Krankenversicherung zu gewähren.
(Grafik: Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn e. V.)

 


 

Gutes Sehen darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein / Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn machen auf Lücke in der Sozialgesetzgebung aufmerksam / Aktion „Durchblick behalten“ will Politik und Altenhilfe für das Thema sensibilisieren   

Castrop-Rauxel/Paderborn, 08.05.13 (cpd) -  „Wenn wir die Politik von unserem Anliegen überzeugen wollen, müssen wir öffentlichen Druck erzeugen“, sagt Ulrich Keuthen, Diözesan-Vorsitzender der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Das „Anliegen“ des caritativen Fachverbandes ist ebenso einfach wie logisch: Gutes Sehen darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein! Doch seitdem die gesetzlichen Krankenkassen nur noch Brillengläser für Kinder, Jugendliche und sehr stark Sehbeeinträchtigte zahlen, ist „gutes Sehen für alle“ nicht mehr selbstverständlich. Für einkommensschwache Menschen ist jede neue Brille ein finanzieller Kraftakt. Vor allem Bezieher von Sozialleistungen sind betroffen, weil es über den Regelsatz hinaus keine Unterstützung für den Kauf einer Brille gibt. „Das ist eindeutig eine Lücke im Sozialsystem“, so Verbandsgeschäftsführer Matthias Krieg.      

Anlass für die 18 Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn, die Aktion „Den Durchblick behalten“ zu starten. Mit Spendenmitteln konnten die Ehrenamtlichen bistumsweit rund 100 bedürftigen Personen zu einer passenden Sehhilfe verhelfen. Matthias Krieg: „Ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Ziel der Aktion sei es denn auch, die Politik für das Thema zu sensibilisieren. Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl spricht der Verband gerade auch die Brillenträger unter den politischen Kandidaten an und macht sie auf die Versorgungslücke aufmerksam.

Wie sehr vor allem ältere Menschen in einen Teufelskreis aus schlechtem Sehen und sozialer Isolation geraten, wurde beim diesjährigen Diözesantag der Vinzenz-Konferenzen in Castrop-Rauxel diskutiert. Referentin Dr. Sabine Wadenpohl, Diplom-Theologin und Gesundheitswissenschaftlerin rief dazu auf, vor allem Altenhilfe-Einrichtungen für das Thema zu sensibilisieren. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen müssten dort zum Standard gehören. Es gebe Häuser, die Verträge mit Augenärzten abgeschlossen haben. „Aber das gilt noch längst nicht für alle.“  Pflegekräfte müssten über die Auswirkungen von Sehbeeinträchtigungen vor allem bei dementiell erkrankten Bewohnern geschult werden. Erkrankungen wie Grauer und Grüner Star oder diabetische Retinopathie führten zu unterschiedlichen Empfindlichkeiten: Kontraste würden nicht richtig wahrgenommen, Betroffene litten an Blend-Empfindlichkeiten oder nehmen nur Teile eines Gesamtbildes wahr.

Doch selbst wenn Pflegeeinrichtungen entsprechend geschult werden: Mehr als die Hälfte aller Menschen mit Demenz lebt nicht in solchen Häusern. Ein hartes Stück Arbeit liegt also vor den Vinzenz-Konferenzen, weiß Ulrich Keuthen: „Es gibt in der Öffentlichkeit keine Diskussion, weil die Thematik außerhalb des gesellschaftlichen Gesichtsfeldes stattfindet. Es liegt an uns, die Thematik in genau dieses Gesichtsfeld zu rücken.“

.  (Foto: cpd/Lukas)

 


 

Demografieforum der Vinzenz- und Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn



Da merkten die Zuhörer/innen des vinzentinischen Demografieforums auf, als Schwester Magdalena von den Vinzentinerinnen (oder richtiger: Barmherzige Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul) über den drastischen Rückgang der Anzahl an Schwestern in ihrer Ordensgemeinschaft und die wachsende Zahl Pflegebedürftiger unter ihnen berichtete. Dass notwendige organisatorische Maßnahmen wie die Schließung von Ordenshäusern den Schwestern einiges abverlangen, einige ihr Lebenswerk in Frage gestellt sehen, lässt sich gut nachvollziehen. Trotz all dieser ernüchternden Fakten machte Sr. Magdalena aber eines klar: das vinzentinische Ideal wird weiterleben! Kennzeichnend für dieses Ideal ist die folgende Aussage des Heiligen Vinzenz: „Liebe im Herzen zu haben und auf der Zunge – das genügt nicht. Sie muss in Taten übergehen. Das ist unsere Sendung: Armen und Kranken die Mensch gewordene Gottesgüte erfahrbar zu machen.“
In welcher Organisationsform das Ideal weitergetragen werde, sei zweitrangig. Dass das Leben als Ordensfrau für sie nach wie vor eine erfüllende Alternative sei, vermittelte Schwester Magdalena glaubhaft.
Ebenso eindrücklich wie ihre Ausführungen waren die von Prof. Dr. Albert-Peter Rethmann, der als Nicht-Ordensbruder dennoch Hausoberer im Brüderkrankenhaus in Paderborn ist. Träger des Brüderkrankenhauses – und damit einer unter vielen Einrichtungen- sind die Barmherzigen Brüder von Maria Hilf in Trier. Prof. Rethmann machte deutlich, dass es in den Einrichtungen Schlüsselpersonen geben müsse, die mit dem Ideal des Ordensgründers identifiziert seien und mit ihrer Ausstrahlung den Geist der Einrichtungen prägen können.
Einvernehmlich betonten die Vertreter/innen der Ordensgemeinschaften, dass es nicht weiterführe, die Frage zu stellen: „Was können wir vom Bestehenden retten?“ Es könne durchaus sein, dass Altes sterben müsse, wenn Neues aufblühen solle. Vor diesem Hintergrund sei es auch keine Lösung, Schwestern aus anderen Ländern, in denen es noch Ordensnachwuchs gebe, nach Deutschland zu holen, um hier „zu halten, was da ist“. Vielmehr dürfe an einer Stelle etwas zurückgehen, wenn an anderer Stelle es aufbreche.
Sinn des vinzentinischen Demografieforums ist es, dass die caritativen Ehrenamtsfachverbände CKD und Vinzenz-Konferenzen aus den Erfahrungen der Ordensgemeinschaften lernen können. Vinzenz-Konferenzen und CKD sind kein Selbstzweck. Sie haben den Auftrag, sich für die „Armen“ einzusetzen, Geschwisterlichkeit zu fördern. Dafür müssen sie die Not der Menschen um sich herum wahrnehmen und darum wissen, wer Hilfe und Unterstützung braucht. Die Konferenzen bieten Heimat, sie dürfen dabei kein „closed shop“ sein. Der Charakter als Konferenz erfordert, dass sich die Mitglieder Sachthemen stellen und kein sich selbst genügendes Vereinsleben führen. Welche Themen „dran“ sind, lässt sich nur ermitteln, wenn die VK und CKD wach kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen verfolgen. Neue Erkenntnisse? Nicht unbedingt. Aber Prof. Rethmann machte deutlich, dass die Barmherzigen Brüder für sich erkannt haben, was auch für VK und CKD gilt: „Wir müssen jetzt, wo wir noch dazu in der Lage sind, etwas tun!“ 

 


 

Wenn Bedürftige eine Brille brauchen / Weihbischof Manfred Grothe eröffnet Aktion „den Durchblick behalten“ im Rahmen der Liboriwoche



Mit Einlass in den Hatzfeldgarten um 11.00 Uhr eröffnete Weihbischof Grothe die Aktion „Den Durchblick behalten" beim traditionellen „Tag der Vinzenz-Konferenzen“ am Libori-Mittwoch. Nach einem gewagten Fotoshooting überreichte Ulrich Keuthen (Diözesan-Vorsitzender der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn) Weihbischof Grothe offiziell den Flyer der Aktion und erläuterte noch einmal den Hintergrund.
Während des Tages wurden dann die Besucher des Caritastreffs offensiv auf die Aktion aufmerksam gemacht. Als „Hingucker“ diente nicht zuletzt die überdimensionale Brille, welche schon vom Pottmarkt aus gesehen werden konnte.
Bereits am nächsten Tag gingen in der Geschäftsstelle erste Rückmeldungen ein. So stiftete ein Optiker aus Paderborn 50 Brillen (Gestell und Gläser), um diese Aktion zu unterstützen. Auch erste Anfragen wurden gestellt.

Bistumsweit beteiligen sich die Vinzenz-Konferenzen in Brilon (St. Petrus und Andreas), Castrop-Rauxel (St. Barbara), Herne (Herz-Jesu), Iserlohn (Hl. Dreifaltigkeit und St. Aloysius), Witten (St. Johannes Vinzenz-Konferenz in der Pfarrei St. Marien Witten) und Paderborn.

 


 

„Den Durchblick behalten“ / Vinzenz-Konferenzen machen auf Ungerechtigkeiten für einkommensschwache Brillenträger aufmerksam / Aktion wird zu Libori eröffnet

„Armut macht krank“, so lautet die aktuelle Jahres-Kampagne der Caritas in Deutschland. Dass Krankheit auch arm machen kann, wissen alle, die auf medizinische Hilfsmittel angewiesen sind. Vor allem Sehbeeinträchtigte denken mit Horror an die Kosten der nächsten Brille. Für Bezieher kleiner Einkommen oder Empfänger von Arbeitslosengeld II sind solche Kosten kaum zu stemmen: Letztere müssen das Geld aus dem knappen Regelsatz ansparen oder ein Darlehen aufnehmen. Denn die Krankenkassen übernehmen nur für Minderjährige und Menschen mit sehr ausgeprägter Sehschwäche die Kosten für Brillengläser.

Genau damit setzen sich die Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn in ihrer Aktion unter dem Motto „Den Durchblick behalten“ auseinander.  „Im Sozialstaat Deutschland ist es gang und gäbe, dass Menschen trotz bestehender technischer Voraussetzungen die Mittel versagt bleiben, die sie für ein ungetrübtes Sehen benötigen“, erklärt der Verband. „Wir wollen den Sozialstaat an seine Verantwortung erinnern und ihn nicht daraus entlassen, bedürftigen Menschen lebensnotwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Dennoch versuchen wir gleichzeitig als kleiner caritativer Verband von Ehrenamtlichen, mit unseren begrenzten Mitteln im Einzelfall zu helfen.“

An der Aktion „Den Durchblick behalten“ beteiligen sich bislang die Vinzenz-Konferenzen in Paderborn, Brilon, Herne (Herz-Jesu), Iserlohn (Hl. Dreifaltigkeit) und Witten (St. Johannes Vinzenz-Konferenz in der Pfarrei St. Marien Witten). Bedürftige aus diesen Orten, die sich in der zweiten Jahreshälfte eine Brille kaufen müssen, können sich an den dortigen Ansprechpartner der Vinzenz-Konferenz wenden. (Kontaktdaten über die Diözesan-Geschäftsstelle, Tel. 05251 / 209-213). Und mit Bedürftigen sind nicht nur die Bezieher von Arbeitslosengeld II, sondern auch Personen mit niedrigem Einkommen gemeint. Nach Prüfung der Einkommenssituation kann im Einzelfall mit einem Zuschuss zur Brille geholfen werden, solange die Mittel es zulassen.

 

Hinweis für Redaktionen:
Die Aktion „Den Durchblick behalten“ wird am Mittwoch, 1. August, um 11.00 Uhr in Paderborn am Kleinen Domplatz (Caritas-Treff) von Weihbischof Manfred Grothe eröffnet. Eine überdimensionale Brille wird auf die Aktion hinweisen. Herzliche Einladung zum  Fototermin! Mehr Infos: Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn, Matthias Krieg, Tel 05251 / 209-213.

Den Durchblick behalten!

 


 

Wechsel der Geschäftsführung bei den Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn

Auf dem diesjährigen Diözesantag der Vinzenz-Konferenzen in Rheda am 05. Mai 2012 wurde Klaus Tintelott als Geschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn verabschiedet.
Er hatte diese Aufgabe seit 2004 inne.  Für seinen Einsatz wurde ihm von seinen Vinzenzbrüdern und -schwestern nicht nur mit anhaltendem Applaus sondern auch mit Eintrittskarten für ein Spiel des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn herzlich gedankt. Die Nachfolge von Klaus Tintelott tritt Matthias Krieg an, der die Geschäftsführung schon interimsmäßig seit einem Jahr innehatte. Der Geschäftsführer der VK ist jeweils Mitarbeiter des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V.,
der durch dessen Direktor vorgeschlagen und durch die Mitgliederversammlung der VK gewählt wird.

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